TuWa - Logo
Heute:   136
Gestern:   128
Gesamt:   219041
   

Trainingsgeräte

Durch verschiedene Trainingsgeräte wird das Tischtennistraining erleichtert oder um neue Aspekte bereichert. Durch den Einsatz der Geräte wird das Training zudem abwechslungsreicher gestaltet und die Kinder sind in der Regel motiviert, neue Dinge auszuprobieren.


1. Ballroboter
2. Zielfelder
3. Balleimer
4. Returnbrett
5. Gewichtsschläger
6. Topspinrad
7. Handgelenkstraining
8. Gewichtsmanschetten
9. Sweet-Spot
10. Topspinnetz
11. Spezielle Bälle


1. Ballroboter

Das wohl bekannteste Trainingsgerät ist der Ballroboter. Er steht entweder auf einem separaten Ständer, auf dem Tisch oder wird direkt an einer der Grundlinien befestigt.
Mit einem Fangnetz, das entweder an der Grundlinie oder sowohl an der Grundlinie und an den Seiten bis montiert wird, werden die zurückgeschlagenen Bälle aufgefangen.
Die retournierten Bälle sammeln sich dann im Netz und werden entweder wieder automatisch in den Roboterkopf zurückbefördert oder fallen in einen Auffangbehälter.
Der Roboter hat seinen Ballkopf etwa auf einer Höhe von 30 bis 40 Zentimeter und wirft die Bälle mit Hilfe einer oder mehrerer rotierender Voll- oder Schaumgummirollen aus. Dabei lässt sich die Geschwindigkeit der Bälle, ihre Frequenz, die Rotation und die Richtung einstellen. Neuere Modelle verfügen über einen schwenkbaren Ballkopf, der die Richtung der Bälle wechselt. Seit einigen Jahren sind im Handel auch Roboter mit zwei Ballköpfen erhältlich, die über eine programmierbare Steuerelektronik eine bestimmte Schlagfolge produzieren können, zum Beispiel folgen auf den ersten mit Unterschnitt eingespielten Ball in die Röckhand jeweils drei Topspinbälle in die Vorhand. Wegen des sehr hohen Preises dieser Roboter, kommen sie im normalen Vereinstraining aber nur selten zum Einsatz.
Vorteil der Ballmaschine ist, dass man gegen den konstant einspielenden Roboter einen oder mehrere Schläge gezielt trainieren kann. Auch für ein Ausdauertraining eignet sich der Ballroboter hervorragend.
Nachteil ist jedoch, dass der Sportler nicht lernt, auf die Bewegungen des Gegners zu achten und darauf zu reagieren. Außerdem muss die Maschine von einem Trainer vernünftig eingestellt werden, damit das Verhältnis von Tempo und Spin stimmt. Bei preiswerteren Modellen kann man auch oft den Unterschnitt nicht abgestuft justieren, so dass Nachwuchsspieler kaum eine Chance haben, einen Topspin über das Netz zu ziehen.
Deshalb sollte immer ein betreuender Trainer beim Robotertraining dabei sein, der die Maschine sorgfältig auf die Bedürfnisse der jeweiligen Spieler einstellt und darauf achtet, dass sich nicht falsche Bewegungsabläufe einschleifen.

Robotertraining

2. Zielfelder

Als Ergänzung zum Ballrobotertraining sind im Handel Zielfelder erhältlich, die auf den Tisch gelegt werden und Treffer in einem elektronisch gesteuerten Display anzeigen.
Genauso gut sind aber auch selbst gemachte Zielfelder aus Papier oder Pappe, die fast nichts kosten. Auch ein Tischtennisschläger kann einfach als Ziel auf den Tisch gelegt werden.
Außerdem kann man an den Enden von Gummibändern kleine Haken anbringen, um sie am Tisch zu befestigen. Dadurch erhält man eine Markierung über den ganzen Tisch, etwa um Platzierungen nahe an die gegnerische Grundlinie oder entlang der Seitenlinien zu markieren. Als Alternative bietet sich hier auch ein Handtuch an.
Je stärker der Spieler am Ballroboter ist, desto kleiner sollten auch die zu treffenden Zielfelder sein, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.


3. Balleimer

Eine weitere Trainingshilfe ist das Balleimertraining (siehe auch Kapitel Balleimertraining). Hierbei spielt ein Trainer dem Spieler die Bälle mit den erwünschten Kriterien (Platzierung, Tempo, Rotation, Flugbahn) zu und beobachtet dann die Rückschläge des Sportlers.
Der Trainer hat einen Balleimer auf dem Tisch oder am Tisch angebracht, aus dem er kontinuierlich Bälle herausnimmt und sie einspielt. Im Handel werden verschiedene Ständer und Haltevorrichtungen angeboten, um den Balleimer in Griffweite und Griffhöhe des Trainers seitlich neben oder am Tisch anzubringen.

Balleimerbefestigung

Beim Einspielen gibt es zwei Methoden. Entweder lässt der Trainer die Bälle erst auf der eigenen Tischhälfte aufspringen und spielt sie dann seinem Sportler zu (indirektes Einspielen) oder er schlägt die Bälle nach dem Hochwerfen aus der Luft (direktes Einspielen).
Ist der Balleimer geleert, werden die Bälle gesammelt. Dies ist gleichzeitig eine lohnende Pause für den Spieler, der das Einsammeln als aktive Erholung nutzen kann. Soll das Training intensiver gestaltet werden, kann ein zweiter Spieler die Bälle aufsammeln und den Balleimer immer wieder auffüllen. Auch ein dritter Sportler kann gleichzeitig beschäftigt werden, der die Bälle des anderen Spielers zurückschlägt.
Vorteil des Balleimertrainings ist, dass der Trainer individuell auf jeden Spieler eingehen, die Intensität erhöhen oder verringern und Fehler sofort korrigieren kann.

Balleimertraining

4. Returnbrett

Returnbretter werden am Tischende mit verstellbarer Schräge montiert und sind mit Tischtennisbelägen oder anderen gummiartigen Materialien beklebt.
Je nach Einstellung der Schräge wird jedoch immer nur ein Schlag bestimmter Länge und bestimmten Dralls tatsächlich so zum Spieler retourniert, dass ein Weiterspielen möglich ist. Für sichere Konterbälle funktioniert Returnbrett zwar, doch müssen die Sportler über die Spielstärke verfügen, es konstant zu treffen.
Besser findet es eine Verwendung beim Aufschlagtraining. Durch das Absprungverhalten des Balles vom Returnbrett erhält der Spieler eine Selbstkontrolle, wie viel Rotation in seinem Aufschlag war.
Auch für Zielübungen lassen sich Returnbretter verwenden, etwa wenn ein oder zwei Löcher in das Brett gesägt wurden, durch die der Ball geschlagen werden soll.

Returnbrett

5. Gewichtschläger

Um die Muskulatur des Schlagarmes gezielt zu trainieren, ist der Gebrauch von Gewichtschlägern möglich. Diese bestehen aus normalen Belägen und einem Holz, bei dem ein oder mehrere Furniere durch Metallplatten ersetzt werden. Dadurch kann man realitätsnahes Krafttraining betreiben.
Man sollte aber darauf achten, dass der Schläger nicht zu schwer ist, weil dann die Schnellkraft nicht mehr verbessert werden kann. Bei extrem zu hoch dosiertem Gewicht kann sich die Schlagdynamik sogar negativ entwickeln. Am Ballroboter kann auch die Kraftausdauer gut trainiert werden.
Das Training mit einem Gewichtschläger muss unbedingt mit einem ausreichenden Abstand zum Wettkampf erfolgen, weil die Feinkoordination des Sportlers zunächst durch den Trainingsreiz leidet und die Technik des Spielers an Sicherheit verliert.
Alternativ zu einem Gewichtschläger können auch Gewichtsmanschetten für den Unterarm eingesetzt werden. Diese haben den Vorteil, dass sie das Handgelenk weniger belasten als ein Gewichtschläger und die Feinkoordination weniger stören.

Gewichtschläger

6. Topspinrad

Zum Erlernen des tangentialen Treffens beim Topspin kann man ein Topspinrad verwenden, das im Tischtennishandel erhältlich ist. Das Rad wird an der Grundlinie des Tisches befestigt. Der Spieler muss nun versuchen, das Rad durch tangentiales Treffen mit seinem Schläger anzutreiben. Da dieses Training mit einem erheblichen Belagverschleiß einhergeht, sollte man diese Übung am besten mit einem alten und ausgemusterten Schläger durchführen.
Als Vorübung kann man auch eine Bank schräg an die Sprossenwand einhängen. Die Spieler müssen dann versuchen, den Ball durch tangentiales Treffen nach oben zu befördern.
Alternativ zu einem Topspinrad kann man auch ein normales Fahrrad verwenden. Dieses stellt man kopfüber auf Lenker und Sattel und treibt auch das Rad durch tangentiale Schläge an. Der Belagverschleiß ist hierbei jedoch noch größer als beim Topspinrad.

Topspinrad

7. Handgelenktraining

Für das Training des Handgelenks ist ein Gelenkkreisel oder auch Gyro-Twister erhältlich. Ein in einem etwa tennisballgroßen Kunststoffgehäuse montiertes Schwungrad mit einer Unwucht wird zwischen den Fingern gehalten und durch Handgelenkbewegungen in Drehung versetzt. Rotiert das Schwungrad mit größerer Geschwindigkeit, ist zum Festhalten eine beträchtliche Kraft notwendig.
Dieses Training ist nicht unumstritten, doch viele Sportler und Trainer sind von diesem Gerät überzeugt. Alternativ kann auch ein Tennis oder Massageball in der Hand geknetet werden.

Handgelenktraining

Handgelenktraining

Grafik: Gyrotwister. aus: Wikipedia. 12.10.2009.


8. Gewichtsmanschetten

Neben Gewichtsmanschetten am Unterarm zum Schnellkrafttraining des Schlagarmes, können auch an den Füßen Gewichtsmanschetten zur Verbesserung der Beinarbeit angebracht werden.

Gewichtmanschette

9. Sweet-Spot

Um das Treffen des Balles mit dem Sweet-Spot des Tischtennisschlägers zu trainieren, kann man Schläger verwenden, bei denen nur diese optimale Trefferzone mit Belag beklebt ist.

Sweet-Spot

10. Topspinnetz

Zum Training eines weichen Topspins mit viel Rotation, kann man das Topspinnetz verwenden, welches etwas höher als das normale Netz (15,25 Zentimeter) ist.
Zum Üben der Ballonabwehr dient das sehr hohe Ballonnetz.
Ein gezieltes Aufschlagtraining ermöglicht das Aufschlagnetz. Hierbei sind zwei Netze übereinander angebracht. In der Mitte befindet sich eine schmale Lücke, durch die der Ball gespielt werden muss, wodurch der Aufschlag flach gespielt werden muss.


11. Spezielle Bälle

Um unerfahrenen Spielern das Einschätzen der Rotation zu erleichtern, kann man mehrfarbige Bälle verwenden. Als Faustregel gilt: Je schneller und tangentialer ein Ball getroffen wird, desto mehr Rotation besitzt er.
Es gibt dreifarbige Bälle, mit denen man die Rotation beim Spielen gut erkennen kann. Als preisgünstige Alternative bietet sich an, einen Ball einfach zur Hälfte mit einem wasserfesten Filzstift halbseitig anzumalen.

Spinerkennung

Grafik: Tischtennis-Trainingsball – Spinerkennung. Aus: Wikipedia. 12.10.2009.

Man kann auch größere Bälle im Anfängertraining einsetzen, etwa Jumbobälle mit einem Durchmesser von 44mm oder mehr, die durch ihren langsameren Flug das Erlernen der Schläge erleichtern.
Zu bedenken ist aber, dass diese Bälle von eher gemischter Qualität bezüglich ihrer Rundung und ihres Sprungverhaltens sind. Wegen der dünnern Wand im Vergleich zu den normalen 40-mm-Bällen ist der Verschleiß deutlich höher. Außerdem ist der Anschaffungspreis dieser Bälle recht hoch.

Tischtennis-Größenvergleich 44mm- und 40mm-Ball

Grafik: Tischtennis-Größenvergleich 44mm- und 40mm-Ball. Aus: Wikipedia. 12.10.2009.

In Japan arbeitet man im Anfängertraining gelegentlich mit Soft-Bällen, die aus dünnerem Zelluloid gefertigt werden und deshalb weicher und ungefähr 1 Gramm leichter sind als Wettkampfbälle. Wegen der dünneren Wand springen diese Bälle langsamer ab und wegen des geringeren Gewichtes werden sie im Flug stärker abgebremst. Auch die Qualität dieser Bälle leidet unter der geringen Auflage und unzureichender Selektion.

Schaumstoffball - Wettkampfball

Grafik: Schaumstoffball - Wettkampfball. Aus: Wikipedia. 12.10.2009.

© 2006 - 2012 by Marcel und Maurice Sillus